International : Die Jugendlichen werden aus dem Symposion ausgeschlossen! Und wenn wir eine 30-30 Politik einführen würden?

Jeunes - Photo : skimpton007 (source : pixabay.com)
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Seit 2009 versuchen mehrere Mitglieder der NGO CNRJ die Aufmerksamkeit der öffentlichen Meinung und der Entscheidungsträger in Frankreich sowie im Ausland zu wecken, um diesen günstigen Zeitpunkt zu ergreifen und sich mit dem Thema Jugend auseinanderzusetzen.

In Frankreich zum Beispiel haben wir versucht die Einsicht einzuführen, dass es eine Art Verwahrlosung der Jugendlichen gibt, eine Art Vernachlässigung des Bedürfnisses nach Liebe – und dass ohne Liebe die Jugendlichen nur Schwierigkeiten an die Weilt zurückgeben und sie mit solchen belasten können[i].

Zur gleichen Zeit hat Grégoire Tirot, ein anderes Mitglied der NGO CNRJA, Autor von „France anti jeune“[ii] („Das Frankreich der Anti-Jugend“), in seinem Werk das Vorhandensein einer generationellen Enteignung nachgewiesen.

Bereits seit Mai 2011 versuchten wir in Frankreich bei verschiedenen Parteien und Ideenschmieden bestimmte Ideen zu fördern, um das Thema „Jugend“ in den Wahlen von 2012 einzubringen.

Einige Ideen und Methoden wurden in den Programmen aufgenommen, aber leider viel zu zögerlich und nicht umfassend.

Ein PS-Kandidat (sozialistische Partei in Frankreich), an den keiner glaubte, gewann die Vorwahlen und wurde Jugendbeauftragter. Nach der Machtübernahme schaffte er allerdings kein großes Ministerium für Jugendarbeit und machte das Thema auch nicht zum Mittelpunkt seiner nationalen Politik.

Und doch muss das Thema unserer Meinung nach dringend in Angriff genommen werden, da ein gesamtgesellschaftliches Problem besteht.

Grégoire Tirot versuchte zu warnen, dass wir mit einer Art Egoismus einer alternden Gesellschaft konfrontiert sind[iii] und es sogar eine gefährliche Ausgrenzung gibt.[iv]

In der Gesellschaft stößt das Thema auf taube Ohren. Ein Problem, das unserer Meinung nach in Frankreich zur Realität gehört. Und mit einer Präsenz in 23 Ländern wissen wir heute, dass es sehr weit über dieses einzige Land hinausgeht.

Während der französischen Wahlkampagne in 2017 wird das Thema noch weniger als in 2012 behandelt. Es könnte wie folgt zusammengefasst werden: „Vielen Dank für Ihr Schreiben. Sie können sich später bei uns melden, und wir werden Ihnen antworten!“. Es muss aber auch erwähnt werden, dass dieser Wahlkampf in der Tat sehr sonderlich ist.

Wir haben die Idee oft hervorgehoben, dass die Jugendlichen aus dem „Symposion ausgeschlossen werden“ – Verweis auf das berühmte Symposion von Platon.

Einige jugendbezogene Autoren und Denker aus verschiedenen Strömungen haben unsere Ideen sogar übernommen. Der Jugendaktivist und zweimaliger Präsidentschaftskandidat Maxime Verner, oder sogar der Pädagoge Philippe Meirieu in seinen Radioauftritten, haben sich daran versucht.
„Daniel Balavoine, Vorbild an Engagement für viele Jugendliche, machte François Mitterrand am 19. März 1980 im Rahmen einer Nachrichtensendung auf Antenne2 auf diese Probleme aufmerksam. Mehr als 30 Jahre sind vergangen, aber die Wahrhaftigkeit seiner Worte bleiben bis heute relevant. „Die Jugend ist verzweifelt, sie ist zutiefst hoffnungslos, weil sie keine Stützen hat, sie glaubt nicht mehr an die französische Politik (…) Die Verzweiflung ist anspornend. (….) Die Jugendlichen werden den falschen Weg einschlagen, weil sie keine anderen Alternativen haben.“ Und ich glaube, darauf hinweisen zu können, dass die Situation sich sogar verschlechtert hat. Die Jugendlichen werden gemäß dem von Frederic Fappani definierten Ansatz aus dem Symposion ausgeschlossen. Indem wir ihnen den Glauben an den Erfolg entnehmen, haben wir unsere Jugend in eine Zeit gesetzt, in der sie unter sich über die Älteren sagen „Das war noch eine Zeit, in der die Zukunft noch eine Zukunft hatte“?[v]

Schreiben, Artikel, Bücher und Zitierungen in den Medien denunzieren diese anerkannte Tatsache – welche sind aber die ergriffenen Maßnahmen in Frankreich? Welche Reaktionen haben gefolgt? Welches umfassende Vorhaben wurde für die GESAMTE Jugend Frankreichs ins Leben gerufen?
Angesichts der Unfähigkeit die Realität zu berücksichtigen und sich spontan zu öffnen, sollte diese Gesellschaft nicht wachgerüttelt und durch Gesetzte gezwungen werden?

Nach zahlreichen Beratungen rund um die Welt, einschließlich in Europa und insbesondere in Frankreich, sind wir, die NGO CNRJ, der Meinung, dass in allen Gesellschaften Quoten von 30% der unter 30-jährigen ( 30 -30 Politik ) in allen Versammlungen und Institutionen durch Gesetzte eingeführt werden sollten.

Nur so kann die Menschheit diesen symbolischen und realen Zusammenbruch sowie diese Nichtübertragung des (symbolischen, kulturellen, finanziellen, gesundheitlichen, Erbgut bezogenen usw.) Kapitals, die auf den Schultern der Jugend lastet, überbrücken. Dies kann nur erfolgen, indem sie sich durch die Gesetze selber dazu verpflichtet!

Die Zeit auf der ganzen Welt ist reif dafür, da obwohl der Zustand der Menschheit besorgniserregend ist, der Wille vorhanden ist. Es gibt zum Beispiel definierte Ziele, die die Menschheit sich gesetzt hat.
Dies stünde zum Beispiel im Einklang mit den „Millenniums-Entwicklungszielen“, die die Nationen sich im Rahmen der UNO festgelegt haben, und würde zum Aufkommen der Menschheit beitragen, das wir (die Nationen) uns als Ziel gesetzt haben.

Obwohl die Präsidentschaftswahl 2017 sich mit diesem Anliegen nicht wirklich beschäftigt hat, ist es in Frankreich jetzt an der Legislative das Thema der Jugend zurück an den Tisch zu bringen.

Einige Parlamentskandidaten erklären sich jetzt schon dazu bereit, eine große Reform mittels einer 360-Grad-Politik in Bezug auf den Stellenwert der Jugendlichen umzusetzen. Dazu gehört zum Beispiel der Kandidat Henri Malosse (ehemaliger Präsident des europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses (CESE) – April 2013 bis Oktober 2015), der es uns bereits bei einem Treffen in Brüssel bestätigt hat.

Das Thema Jugend ist für ihn ein „zentrales Anliegen in den Nationen“ und es scheint ihm wichtig, dieses Thema mittels einer „durch Gesetzte eingeführten gezielten Politik“ anzugehen.
Wir, die NGO CNRJ, werden alles daran setzen, diese Idee in den Nationen, einschließlich Frankreich, voranzubringen.

Die Jugendlichen sind nicht einfach Menschen, die die Zukunft vor sich haben, sie sind auch Menschen, die eine Existenz in der Gegenwart haben!
Lasst uns zusammen handeln, um sie zu sichern!

[i] Artikel Frederic Fappani „Les jeunes n’ont appris ni à s’aimer ni à aimer“ („Die Jugendlichen haben weder sich noch andere gelernt zu lieben“) LE MONDE | 27.03.2009 um 14:23 |

[ii] Buch Grégoire Tirot „France anti-jeune, comment la société française exploite sa jeunesse“ („Das Frankreich der Anti-Jugend, wie die französische Gesellschaft die Jugend ausnutzt“), Edition Max Milo, 2008

[iii] Artikel Grégoire Tirot „Les jeunes sont-ils victimes de l’égoïsme des seniors ?“ („Fallen die Jugendlichen immer mehr zum Opfer des Egoismus der Senioren?“) Le Monde.fr | 02.02.2011

[iv] Artikel Grégoire Tirot „Une France de plus en plus gérontocratique, Dangereuse exclusion politique des jeunes“ („Ein immer gerontokratischer werdendes Frankreich, gefährliche politische Ausgrenzung der jungen Menschen“) LE MONDE | 28.12.2011

[v] Buch Maxime Verner Seite 36 „Jeunes de tous les âges, unissons-nous, 89 propositions pour 2012“ („Junge Menschen allen Alters, vereinen wir uns, 89 Vorschläge für 2012“), Max Milo Éditions 2012

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A propos de Frédéric Fappani von Lothringen ✅ 14 Articles
Président international ONG CNRJ

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